Was ist BDSM

Was bedeutet BDSM eigentlich und was verbirgt sich wirklich hinter dem Begriff BDSM?

BDSM… mehr als nur fünfzig Schattierungen.


Nach Filmen wie 9 1/2 Wochen mit Mickey Rourke und Kim Basinger oder Secretary mit Maggie Gyllenhaal und James Spader rückte die erotische Roman-Triologie „Fifty Shades“ der Autorin E. L. James das Thema BDSM wieder in den gesellschaftlichen Mittelpunkt. Neben dem literarischen Niveau der Erzählung wurde oft auch die gezeichnete BDSM-Szenerie mehrfach in Frage gestellt. Kritiker waren sich einig, das hier war kein wirkliches BDSM beschrieben wird. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Akronym BDSM?

BD macht den Anfang und steht für Bondage and Discipline. Der englische Begriff Bondage (Fesselung) wird an dieser Stelle im Vergleich zur japanisches Fesselkunst recht weit gefasst und beschreibt das Fixieren des passiven Parts, damit dieser ohne Gegenwehr bespielt werden kann. Der Reiz des Ausgeliefertseins, wird nicht selten mit einer Augenbinde oder anderen Möglichkeiten die Sinne einzuschränken verstärkt. Unter Discipline (Disziplinierung) wird die Zurechtweisung des passiven Partners durch den aktiven Partner verstanden. Dies kann sowohl physisch, unter anderem durch Schläge auf den Po, oder psychisch, beispielsweise durch die Aufforderung, nackt mit Blick zur Wand in einer Ecke zu verweilen, geschehen – natürlich auch in Kombination.

Hinter DS im Mittelteil verbirgt sich Dominance and Submission, also das Spiel zwischen Beherrschung und Unterwerfung. Das bewusst geschaffene, ungleiche Verhältnis zwischen Fremd- und Selbstbestimmung im Vergleich zur tatsächlichen Realität wird genutzt, um dem devoten Partner gewünschte Verhaltensweise abzuverlangen oder ihn bzw. sie durch verbale Herabsetzung herauszufordern und zu erregen. Im Gegensatz zum körperlichen Spiel mit Fesseln und Schlaginstrumenten ist besondere Vorsicht beim dominanten Partner gefragt, da das Risiko Grenzen ungewollt zu überschreiten sehr hoch ist.

Den Schluss bildet SM für Sadism and Masochism, also Sadismus und Masochismus, und wird nicht selten gleichbedeutend mit BDSM genutzt, wenngleich es nur die physische Teilmenge des Gesamtkonzepts darstellt. Der mit Lust verbundene Schmerz, welcher der aktive Partner dem passiven zuteil werden lässt, kann als Strafe im Sinne der Disziplinierung erfolgen, davon aber auch komplett losgelöst sein. Die Grenzen zwischen zu lasch, erregend und zu stark verschwimmen schnell, sodass das richtige Maß im wahrsten Sinne des Wortes viel Fingerspitzengefühl voraussetzt.

Allein ein schneller Blick auf diese drei einzelnen Bereiche zeigt das weite Feld, welches geneigten SM Spielern offen steht, wobei die Möglichkeit der Kombinationen schier unendlich sind. BDSM beginnt beim erotischen Fesseln (auch leichtes Bondage genannt) der Partnerin mit Seidentüchern an das heimische Bett, geht über den dauerhaften Verschluss des Sklaven (auch Bottom genannt) in einem Keuschheitsgürtel und endet noch lange nicht bei der Züchtigung des dargebotenen Hinterteils mit einer Gerte (hierbei handelt es sich um Schlagspiele (Flagellation). Was BDSM für jeden einzelnen bedeutet, wo es anfängt und wo es aufhört, kann nur jede Person für sich selbst entscheiden. Die wichtigste Zutat im Mix aus gewünschten BDSM Spielarten ist das Wissen aller Beteiligten, was dem Gegenpart wichtig ist und wo die Grenzen liegen. Den perfekten Bereich zwischen zu wenig und zu viel zu treffen ist eine Kunst, die klare Kommunikation und viel Vertrauen erfordert. Egal ob der Schmerz oder die Unterwerfung auf körperlicher oder auf geistiger Ebene erfolgen, so ist immer eine spätere Aufarbeitung und Nachsorge notwendig. Wenn all das gegeben ist, kann BDSM die schönste Nebensache der Welt noch schöner und aufregender machen.

 

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